Dauer:  23 km, 9 Stunden

Weg

Der Beginn der Etappe erfordert Tageslicht, da vor uns ein schmaler Pfad im Bergwald liegt.

eremoAuf dem Weg nach Montecasale, lohnt es sich, in dem Örtchen Montagna zu Mittag zu essen. Man braucht die Kraft bis Sansepolcro, wo die Herberge wartet.

Im Kloster Montecasale lebte Franziskus einige Zeit. Die Pilgerin, in Begleitung eines weiter wollenden Panderers, braucht eine Stunde, den bezaubernden Ort zu genießen.

12Der Panderer wartete derweil draußen und genoss die Weite. Franziskus liebte die Einsamkeit der Wälder, und den Sasso Spicco, die Felshöhle, wo er mit einer Lerche zum Lob Gottes gesungen haben soll. Die Benediktiner übergaben die Leprastation 1213 an die Minderbrüder von Franziskus. Somit dürfte Montecasale das erste Haus gewesen sein, dass Franziskus benutzte.

 

Franziskus schaut vom Kloster Montecasale in den Apennin

Franziskus schaut vom Kloster Montecasale in den Apennin.

Der Panderer hatte recht zu drängeln, denn der Weg zieht sich nach Sansepolcro (Heiliges Grab), berühmt für seine Pasta und für den Renaissancemaler Piero della Francesca, dessen Kunst uns noch begegnen wird.

Erleben

Ristorante Da Vasco Montagna

Ristorante Da Vasco Montagna

Es gibt das Glück der Anstrengung, durch die Weite des Apennin, und das Glück, unter freiem Himmel gut zu essen. Angela’s Route folgend, kamen wir zum Ort Montagna, und es erwartete uns unerwartet die Trattoria da Vasco (Telefon: +39 0575 742166). Erschöpft kamen wir vorbei. Es war der 15.8. Maria Himmelfahrt, der höchste Feiertag in Italien, Ferragosto. Eigentlich war kein Platz mehr frei, und doch, für uns Pilger gab es noch ein Plätzchen, das der freundliche cameriere uns schuf. Er brachte das Essen, das alle an jenem Tag aßen.

Es gibt nichts Schöneres unter der Sonne,
als unter der Sonne zu sein.
(Ingeborg Bachmann)
und unter ihr in Italien zu essen.

In Montecasale: Die Pilgerin ging eine kleine Treppe hinunter und ruhte sich für einen Moment auf dem runden Stein auf, auf dem sich einst der Heilige ausruhte. Ruhig ist es im Kloster, und ich erinnere mich an Momente absoluten Angekommen Seins.

Im Kloster, versteckt, gibt es in einer Wandnische eine Pietà, die Michelangelo inspiriert haben soll.

Im Kloster, versteckt, gibt es in einer Wandnische eine Pietà, die Michelangelo inspiriert haben soll.

Auf dem Weg nach Sansepolcro verirrten wir uns, und lasen hilflos im Buch, im Rücken die Fabrik der berühmten Buitoni Nudeln. Da fuhr ein besorgter Motorradfahrer zurück und half uns auf den richtigen Weg.

Herberge

Wir wohnten einfachst im „Il Paradiso dei Cappuccini“, einem Kapuzinerkloster, das zu einem Studenten- und Gästehaus umgebaut wurde.

Il Paradiso dei Cappuccini
Localita’ Montecasale
52037 Basilica, Sansepolcro AR
Telefon: +39 0575 742032

Bild: www.saturnonotizie.it/

Quelle: www.saturnonotizie.it

Das Haus liegt auf einem Hügel mit Weitsicht. Das bedeutet durch ganz Sansepolcro zu laufen, und Leute nach dem Kloster zu fragen. Beim gemeinsamen Essen, so heißt es im Buch von Angela, versammelt sich im Refektorium zuweilen eine interessante Mischung von Gästen. Im August fehlen die Studenten, so dass die Pilger*innen unter sich sind.