Es gibt kein Scheitern – Wir sind alle auf dem Weg

Meine Pilgerreise auf den Spuren des Heiligen Franz von Assisi

„Frage Dich nicht, ob Du glücklich bist,
Hauptsache Du bleibst in Bewegung“.

Fuß-Pilgerreise von La Verna über Gubbio und Assisi bis Rieti
Von Rieti nach Rom

02_08_2013_claras_smallEin guter Freund aus Wien schenkte mir den Satz über den Segen der Bewegung in unruhigen Zeiten. „Wenn nichts mehr geht, dann geh“, sagte Anselm Grün. Der Heilige Franziskus war unruhig, änderte radikal sein Leben und machte sich auf den Weg. „Die Natur hilft immer, sagte mir einmal ein österreichischer Optiker“. Goethe zog es nach Italien, um seine Sehnsucht zu stillen. Meine Entscheidung, auf den Spuren des ersten Umweltschützers und des Menschenkenners Franziskus zu laufen, war gefallen. Und dann kam das entscheidende Wort von Jean-Marc, dem Franzosen. „On mange bien en Umbria“. Man isst gut in Umbrien. Das überzeugte 2012 einen Freund, der mit Beten nichts am Hut hatte, sich mir anzuschließen.

Der erste Teil des Pilgerweges führt durch die Toscana nach Umbrien. Si mangia bene in Italia. Es schmeckt so gut nach 20 km Fußmarsch durch verträumte, mittelalterliche Städtchen, die Pilger können beten, die anderen, (die Panderer, wie der Freund sagte) einfach nur laufen, und nach dem Marsch durch den Apennin haben weltliche Sorgen keine Kraft mehr.

13.08.2012_appenins_small

Ich ging den Weg von La Verna bei Arezzo nach Rom in drei Etappen; in Begleitung und alleine, vor Ostern und im August. Bei der dritten Etappe kam die Lust, „Weg, Erleben und Herberge“ auf den einzelnen Etappen des Franziskuspilgerwegs mit anderen zu teilen. Einige Jahre später schreibe ich den Blog aus Dankbarkeit über meine Pilgererfahrung. Nicht immer war meine Freundin, die Kamera dabei, so lieh ich mir Photos von Wikipedia oder ich gebe die Photoquellen an.

Mein guter Begleiter war das Buch von Angela Maria Seracchioli „Der Franziskusweg“. Die Wege sind gut beschrieben, das TAU Zeichen leitet, und die spirituellen Texte sind motivierend. Angela führt von Greccio bis nach Poggio Bustone, das oberhalb der Stadt Rieti liegt. Um weiter nach Rom zu kommen, hilft das Buch „Outdoor Der Weg ist das Ziel“ von Kees Roodenburg.

Von Rieti nach Rom führen auch die blau-gelben Wege der „Via Francigena“, den ich ging und der im zweiten Teil dieses Blogs beschrieben wird. Die Provinz Rieti war 2016 von zwei schweren Erdbeben betroffen. Die Pilger können weiter auf dem Pilgerweg gehen und die Santuari, die Heiligtümer besuchen. Ich telefonierte mit Dott. Gloria Brabante vom Tourismusbüro in Rieti,  die mir bei meiner Pilgerreise auf der Via Francigena sehr half.

Wanderstöcke dienen als Begleiter, bieten Schutz vor den cani liberi, den herumlaufenden Hunden. Der Franziskusweg ist nicht so gut erschlossen wie der Jakobsweg. Man findet nicht immer günstige Herbergen und der Weg durch den Apennin ist anstrengend. Es ist beruhigend, schon am Vormittag das Domizil anzurufen, um zu reservieren. Das Zauberwort: „Siamo Pellegrini. Vorremmo prenotare una camera singola / doppia di oggi a domani“. Viele Herbergen bieten Pilgerpreise. Nehmen Sie viel Wasser und eine Notration mit.  Zwischen 12 Uhr und 15 Uhr machen viele Geschäfte Siesta (und Kirchen, was beruhigt und den Tag strukturiert).

Es gibt viele Wegweiser auf dem Weg nach Rom.

Das Tau-Zeichen führt den Weg von Angela Maria Seracchioli

Das Tau-Zeichen leitet den von Angela Maria Seracchioli beschriebenen Franziskusweg von Greccio nach Poggio Bustone.

Augen auf: Manchmal ist das TAU Zeichen nicht gleich zu sehen. Meine Pilgerstempel waren die Stempel von den Agriturismo, Hotels, Klöstern und Pfarrhäusern.

Augen auf: Manchmal ist das TAU Zeichen nicht gleich zu sehen.

La piccola colazione – Bar Imperatore

Der Morgen ist der Frühling des Tages
La piccola colazione – Bar Imperatore Passo Viamaggio (die inzwischen geschlossen hat).

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Buon Cammino

C’E‘ SEMPRE UN PEZZETTO DI CIELO DOVE SI PUO ALZARE LA TESTA
Es gibt immer ein Stück Himmel, um den Kopf zu heben.

(Fatema Mernissi, Islamische Frauenrechtlerin, zitiert im Café Arabé in Neapel).